Hoch hinaus mit Papas Hilfe: Vater-Kind-Aktion "Klettern" begeisterte

Hoch hinaus wollten am letzten Samstag 13 Kinder mit ihren Papas. Das Kletterfieber hatte Markus Seiler von der Familienbildung „Familie leben“ der St. Gregor-Jugendhilfe und der Stadt Schwabmünchen ausgelöst, zusammen mit den Ehrenamtlichen der Sektion Schwabmünchen des Deutschen Alpenvereins (DAV). Die Vater-Kind-Aktion „Klettern“ begeisterte Väter und Kinder. Als der Wetterbericht für Füssen, wo die Aktion eigentlich an einem Naturfels stattfinden sollte, am Vortag Gewitter meldete, wurde sie in die St. Ulrich-Grundschule in Schwabmünchen verlegt. An der neuen Kletterwand der Sektion Schwabmünchen des DAV, kletterten zwölf fröhliche Buben und die sechsjährige Julia. Hilfestellung gaben drei Kletterprofis vom Deutschen Alpenverein, Sektion Schwabmünchen, Markus Seiler und alle anwesenden Väter.

Julia ist durstig. In der Boulderhalle kommt sie bei dem schwülen Wetter und ihrer beachtlichen Kletterleistung richtig ins Schwitzen. Doch Julia hält sich tapfer unter den männlichen „Konkurrenten“ an der Kletterwand; und sie bildet mit ihrem rosa T-Shirt einen hübschen Kontrast zu ihnen. „Julia klettert auch daheim an unserer dafür errichteten Wand“, erzählt ihr Vater. „Das macht mir Spaß!“ sagt sie mit Ernst, die Mineralwasserflasche in den geröteten Händchen.

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Die Vater-Kind-Aktion „Klettern“ begeisterte Väter und Kinder.

Markus Seiler, Dipl.-Sozialpädagoge (FH) und Mitarbeiter der St. Gregor-Jugendhilfe in Schwabmünchen, hatte die Kletteraktion genau vorbereitet. „Wir mussten mit schlechtem Wetter rechnen, deshalb waren wir froh, dass wir in die St. Ulrich-Grundschule ausweichen durften und nachmittags in den Garten des Kindergartens St. Michael.“ Seiler ist selbst begeisterter Bergwanderer und klettert ebenfalls. Vergangenes Jahr wollte er seinen Sohn Kilian in die Berge begleiten. An Kraxelei war damals kein Gedanke. Doch die Freude des Sohnes steckte den Vater an. „Seitdem wurde Klettern auch für mich zum Hobby“, erzählt Seiler.

Diese Erfahrung, wie bereichernd ein gemeinsames sportliches Unternehmen für Kinder und Eltern ist, ließ die gemeinsame Kletteraktion entstehen.

Fachliche Unterstützung erhielt Markus Seiler durch Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, Sektion Schwabmünchen: Alpen-Profi Johann Ostenberger und Jugendreferent des Vereins, Florian Seibt sowie Vroni Fischer gaben den Kids erst einmal grundlegende Hinweise und Tipps bevor es in die Höhe ging.

„Aufwärmspiele stehen am Anfang“, erklärt Seiler, „damit sich kleine Bergsteiger nicht Muskeln und Sehnen zerren.“ Doch dann ging es richtig los, mit „Kletter-Memory“, Namen an die Wand stecken und sogar „blind“ klettern.

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Fachliche Unterstützung erhielt Markus Seiler (rechts) durch Mitglieder des DeutschenAlpenvereins, Sektion Schwabmünchen, Alpen-Profi Johann Ostenberger (links) und Jugendreferent des Vereins, Florian Seibt (Mitte).

Auch die Väter versuchten ihr Können an der Wand. Am Nachmittag ging es dann mit dem „Niedrigseil“ weiter. „Das ist schwerer als es aussieht“, meint Markus Seiler, während er die balancierenden Kinder auf einem Seil in Kniehöhe beobachtet. Das Ziel der Kletter-Aktion war, die Vater-Kind-Beziehung zu stärken. Doch das ist nicht alles: Geschicklichkeit, Kooperationsfähigkeit, Gleichgewichtssinn und Ausdauer werden gefördert, wenn es „in die Höhe geht“.

Die Werbegemeinschaft Schwabmünchen hat das Projekt der St. Gregor-Jugendhilfe in Schwabmünchen mit einer Spende unterstützt. Zur Belohnung für einen schönen, aber anstrengenden gemeinsamen Tag gab es ein Geschenk an die Fachleute vom Alpenverein, und für alle zum Abschluss einen Besuch in der Eisdiele. Julia schleckt zufrieden ihr Eis. Die kleinen Hände „kribbeln“ ein bisschen von der Kletterei. Doch wenn die Berge die Kletterer im nächsten Jahr wieder rufen werden, ist sie garantiert wieder dabei. Und vielleicht spielt das Wetter dann mit und der Kletterausflug kann tatsächlich draußen in Füssen stattfinden.