Gedenksteinlegung zur Erinnerung an die Armen Schulschwestern in Augsburg
Mit einem Festakt und einer feierlichen Segnung durch Pfarrer Florian Geis, Seelsorger der Pfarrei St. Georg in Augsburg, wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Verdienste der Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau vor dem Haupteingang der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe aufgestellt. Neben Mitarbeitern und Jugendlichen der Einrichtung waren zahlreiche Gäste anwesend. Jürgen Reichert, Direktor der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, erinnerte an die verdienstvolle Arbeit der Ordensfrauen im Bereich der Erziehung und Bildung.
„Oh, die waren sicher streng“, flüstert ein Jugendlicher. Jürgen Reichert, Direktor der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe schmunzelt. Keineswegs, denn mit den „Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau“ sind im Katholischen Waisenhaus Augsburg Liebe und Wärme eingezogen. Wohl zum ersten Mal in der Geschichte wurden die Kinder nicht nur verwahrt und materiell versorgt, sondern erfuhren Zuwendung und Fürsorge. Das Katholische Waisenhaus Augsburg gehörte zu den ersten Waisenhäusern in Bayern, die den Armen Schulschwestern anvertraut wurden. Karolina Gerhardinger (1797 - 1879) gründete diesen Frauenorden 1833 mit dem Ziel, die Erziehung und Bildung von Mädchen aus armen Bevölkerungsschichten zu verbessern. Aus dem Katholischen Waisenhaus Augsburg wurde später eine heilpädagogische Jugendhilfeeinrichtung mit einem differenzierten Betreuungs- und Hilfeangebot. Sie wurde nach dem im sozialen Bereich besonders engagierten Papst Gregor dem Großen benannt.
„Zur Erinnerung an das segensreiche Wirken des Ordens der Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau im Katholischen Waisenhaus Augsburg in der Zeit von 1853 – 1986“ - so steht auf dem Gedenkstein geschrieben, den der Steinmetz Wilhelm Brenner aus Augsburg-Göggingen geschaffen hat. Mit der Aufstellung wurde ein gemeinsames Anliegen von Stiftungsrat der Katholischen Waisenhausstiftung und Freundeskreis der St. Gregor-Jugendhilfe verwirklicht.
„Erinnern, um nicht zu vergessen“, dies ist der Zweck des Gedenksteines, so Direktor Reichert. Zum Festakt und Segnung waren als Gäste erschienen: die Stiftungsratsmitglieder Hermann Weber, 2. Bürgermeister der Stadt Augsburg und Stadtrat Theo Gandenheimer sowie Dr. Walter Berz, ehemaliger Stiftungsratsvorsitzender, Anton Miller, Stiftungsratsvorsitzender und viele andere.

Als Ehrengast und Vertreterin der „Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau“ kam Schwester Johanna Breidenbach (Mutterhaus München) zur Feier nach Augsburg. Schwester Johanna war selbst bis zum Abzug der Schwestern aus Augsburg (1986) einige Jahre im Haus tätig. Schwester Johanna erzählte vom über 130 Jahre dauernden Wirken der Schwestern im Haus und von der Gründung des Ordens durch Theresia Gerhardinger. „Anliegen des Ordens war liebevolle Erziehung der Waisen und Bildung (Heimschule), um einen Beruf - besonders für Mädchen - zu ermöglichen“, sagte Schwester Johanna. Den Armen Schulschwestern ist auch die Gründung der Waisenhausschule zu verdanken.