Grundschulen in Neusäß: Jugendsozialarbeit immer mehr Einzelfallhilfe
Zu einem Informationsnachmittag zum Thema „Kinder- und Jugendhilfe“ kamen Vertreter des Amtes für Jugend und Familie des Landkreises Augsburg am 11. März in die Grundschule in Steppach (Stadt Neusäß). Sie informierten Lehrkräfte der fünf Grundschulen der Stadt Neusäß über Möglichkeiten der Hilfe in Krisensituationen von Schulkindern und deren Familien. Über ihre Arbeit informierten Hannes Neumeier, Sachgebietsleiter Pädagogische Jugendhilfe/Vormundschaftswesen und seine Kolleginnen Claudia Schulz (Familienhilfe), Doris Stuhlmiller (Prävention/Vernetzung) und Angelika Steinbrecher (Kindertagesbetreuung). Als einen Schwerpunkt stellte Elke Beck ihre Arbeit in der Jugendsozialhilfe an Grundschulen vor. Jugendsozialarbeit gibt es an 28 Schulen des Landkreises Augsburg, die Arbeit vor Ort wird von freien Trägern geleistet.
In Deutschland werden unter Jugendhilfe (eigentlich Kinder- und Jugendhilfe) alle Leistungen und Aufgaben freier und öffentlicher Träger zugunsten junger Menschen und deren Familien zusammengefasst. Die Sozialpädagogin Elke Beck, Mitarbeiterin der St. Gregor-Jugendhilfe, arbeitet an 25 Wochenstunden an zwei Neusäßer Schulen: an der Grundschule Bei St. Ägidius und an der Grund- und Hauptschule Eichenwald jeweils neun Stunden. Die restlichen Stunden bleiben für schulübergreifende Aufgaben. Frau Beck hat Erfahrungen mit Jugendlichen in der beruflichen Bildung und im Heimbereich, mit Kindern im Grundschulalter in der Heilpädagogischen Tagesstätte sowie mit verhaltensauffälligen Schülern. Sie verfügt über eine gruppentherapeutische Ausbildung und eine Ausbildung im Case Management („bedarfsgerechte Einzelfallhilfe“). Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Beratung von Schülerinnen, Schülern und Eltern, kollegiale Beratung bzw. interdisziplinäre Kooperation, Gruppenarbeit und Projektarbeit, Gremienarbeit und Gemeinwesenarbeit.
Die Schwerpunkte der Arbeit in der Jugendhilfe an Schulen haben sich nach ihren Angaben in den vergangenen Jahren immer gewandelt. Waren die Schwerpunkte Gruppen und Projektarbeit anfangs noch mit der Einzelfallarbeit ungefähr gleichrangig, hat es sich der Schwerpunkt in den letzten zwei Jahren ganz deutlich zur Einzelfallarbeit hin verlagert. Diese nimmt auch den größten Teil der Stunden in Anspruch, um Gespräche mit Lehrkräften, mit dem Schüler, mit Eltern und mit Freunden, Therapeuten, und dem ganzen Umfeld des Kindes zu führen. Kommunikationsformen und Vernetzung müssen immer wieder optimiert werden. Ganz wichtig ist auch der Austausch mit den Kooperationspartnern (Ärzte, Therapeuten, Jugendamt) außerhalb der Schule, um bei Bedarf schnelle Hilfe zu leisten.

Diplom-Sozialpädagogin Elke Beck ist als Mitarbeiterin der St. Gregor-Jugendhilfe Jugendsozialarbeiterin an den Grundschulen in Neusäß.