Erfolgsmodell Praxisklasse geht in die zweite Runde
Hauptschule Lauingen arbeitet mit St. Gregor-Jugendhilfe Hand in Hand.
Nach einem Jahr kann die Praxisklasse der Hauptschule Lauingen eine erfolgreiche Bilanz ziehen: rund die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen konnten direkt nach Schulabschluss in eine reguläre Lehrstelle vermittelt werden, die anderen in eine berufsvorbereitende Maßnahme. Das ist eine sehr gute Quote für die Jugendlichen, die sich ohne „Quali“ besonders schwer tun würden, eine Berufsausbidung zu starten.

„Das Ziel der P-Klasse“, so die Klassenleiterin Cornelia Hofer, „ ist damit optimal erreicht worden. Wir haben aus Perspektivlosigkeit und Resignation eine optimistischere und zukunftsorientiertere Haltung bei den Schülern entwickeln können.“ Die Praxisklasse oder kurz „P-Klasse“ ist ein Projekt des Landkreises Dillingen, durch das Schülerinnen und Schüler der 8. oder 9. Jahrgangsstufen mit schulischen Defiziten auf eine berufliche Perspektive vorzubereiten. Dabei werden schulisches Grundwissen in den Kernfächern Deutsch und Mathematik vertieft eingeübt. Schwerpunkte sind außerdem Praxisbezug im Unterricht und kontinuierliche Praktika während des ganzen Schuljahres.
Mit dieser besonderen 9. Klasse haben die Jugendlichen die Chance, trotz häufig enormer Leistungsdefizite und ohne Hauptschulabschluss einen Einstieg in die Berufsausbildung zu finden. Geprägt durch Misserfolge und Frustrationen in ihrer Schulkarriere sowie teilweise durch familiäre Schwierigkeiten und massive Motivationsprobleme würde ihnen dies in der Regelklasse nicht gelingen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der P-Klasse in Lauingen kommen aus verschiedenen Hauptschulen im Landkreis. Finanziell getragen wird dieser Modellversuch durch die Stadt Lauingen, den Landkreis Dillingen sowie durch Fördermittel aus dem Europäischen Bildungsfond. Trägerin der Maßnahme ist die St. Gregor-Jugendhilfe Augsburg. Der Sozialarbeiter der Schule, Martin Sauset, Mitarbeiter der St. Gregor-Jugendhilfe, kümmert sich intensiv um die Praktikanten, hilft bei der Suche nach geeigneten Betrieben, hält den Kontakt zwischen Ausbildungsbetrieb und Schule und unterstützt die Schüler bei persönlichen Schwierigkeiten oder Problemen.
An einem Tag in der Woche gehen die Schülerinnen und Schüler in Ausbildungsbetriebe im Landkreis und sammeln dort erste Eindrücke in der realen Arbeitswelt. Die beteiligten Betriebe sind in erster Linie in den Bereichen Handel und Handwerk, Industrie und Urproduktion tätig. Neu in diesem Schuljahr ist, dass ein Teil der P-Schüler für einige Monate das Praktikum an der Schule ableisten wird. Sie arbeiten in spezifischen schulischen Projekten und werden dabei von den Lehrkräften Josef Riegg und Hans Sollich betreut.
Nach dem abgelaufenen Schuljahr konnte die Hälfte der P-Klassenschüler eine Ausbildung in einer regulären Lehrstelle beginnen, alle anderen Schüler wurden in eine berufsvorbereitende Maßnahme vermittelt. Das ist ein schöner Erfolg, denn gerade für Abgänger der Hauptschule und insbesondere für solche ohne den Qualifizierenden Hauptschulabschluss gestaltet sich der Übergang von der Schule ins Berufsleben immer schwieriger. Nicht selten sind die Mädchen und Jungen durch Lehrstellenmangel und fehlende Perspektiven entmutigt. In das Schuljahr 2007/2008 startet die Praxisklasse der Hauptschule Lauingen wieder mit 18 Schülerinnen und Schülern. Und laut Alfons Strasser, Rektor der Hauptschule Lauingen, darf man in diesem Schuljahr mit einer ähnlich hohen Erfolgsquote rechnen, „denn die Erfahrungen aus dem vergangenen Schuljahr waren sehr hilfreich.“ Schulamtsdirektor Dr. Paul Olbrich resümiert: „ Insgesamt ist die P-Klasse ein Erfolgsmodell des Landkreises Dillingen, der Stadt Lauingen und der Hauptschulen im Landkreis, die mit der Unterstützung dieser Klasse Jugendlichen eine echte berufliche Chance für die Zukunft gegeben haben.“