Fahrradwallfahrt 2010

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Rund um den Ammersee gibt es schön gelegene Klöster, die unsere Gruppe von fünf Jungs im Alter von 11 bis 18 Jahren und 2 Betreuern gerne gastfreundlich aufnehmen wollten: Die Missionsbenediktiner in St. Ottilien, die Benediktinerinnen in St. Alban und die Regens-Wagner-Stiftung in Breitbrunn. Bei strahlendem Sonnenschein und mit gut funktionierenden Rädern trafen wir uns am Samstag Mittag in Kissing, um von dort gemeinsam an der Paar entlang zu radeln bis nach St. Ottilien. Dort konnten wir auf dem komfortabel ausgestatteten Zeltplatz unsere Zelte aufbauen und unser Essen über dem Lagerfeuer kochen.

Am Sonntag, nach dem Gottesdienst, ging’s zum Baden an den Ammersee. Der Sonnenschein wollte genossen werden, denn schon in der Nacht schlug das Wetter um, und wir räumten unsere Zelte in die große Hütte, um dort nur vom Schnarchen der Nachbarn, nicht aber von Donner und heftigem Regen gestört schlafen zu können. Den Weg am See entlang zu radeln, war auch bei leichtem Regen abwechslungsreich: da gab es ein Labyrinth zu begehen, einen 10-Meter-Turm aus Holz zu bestaunen und aus- und einfahrende Segelschiffe im Hafen zu beobachten. Am Ziel, dem Gästehaus in St. Alban, konnten wir dann unsere nassen Sachen zum Trocknen aufhängen und – das Beste! – warmes Essen aus der Küche abholen.

Am nächsten Morgen ging’s von Dießen aus mit dem Dampfer nach Herrsching, und von dort zu Fuß den „heiligen Berg“ hoch nach Andechs. Ganz trocken kamen wir auch dort nicht an, aber dafür schmeckte dann der Schweinsbraten umso besser! Weil’s von oben her weiter nässte, änderten wir unseren Plan: statt in Zelten in Breitbrunn durften wir unter einem festen Dach über’m Kopf im Gästehaus St. Alban bleiben. Dort erwiesen sich die fünf Jungs als Helden, weil sie so früh aufstanden, dass wir an einem (lateinischen!) Choralamt der Schwestern um 6.30 Uhr (!) teilnehmen konnten – in den Ferien! Premiere auch für den Pastoralreferenten – er durfte dabei erstmals als Thuriferar (Weihrauchfass-Träger) agieren. Unsere Jungs bildeten ein gutes Team, das zeigte sich auch beim Fußballspielen. Die Fußballer zweier Wohngruppen von St. Alban wollten sich mit uns messen. Als die Erwachsenen beider Mannschaften im Tor standen, lag St. Gregor mit 6:2 hinten, um schließlich – nach dem Rückzug der „Alten“ noch mit 7:3 zu siegen. Auch das Rückspiel gewannen wir ganz knapp, nach Elfmeter-Schießen, gegen einen ebenbürtigen und sehr fairen Gegner. Deshalb wurde der „Pokal“ (Gummibärchen-Tüten) auch großzügig geteilt.

Der Regen verhinderte weitere gemeinsame Unternehmungen, wir kehrten mit dem Zug zurück, um die letzte Nacht in den Betten der 5-Tage-Gruppe in Augsburg zu verbringen. Von dort aus ging’s per Auto nach St. Ottilien, um unsere Zelte zu holen und an der Jugendvesper teilzunehmen – ein echter spiritueller Höhepunkt wegen der jugendlichen Musik und den freien Fürbitten, die in einer nur von Kerzenlicht erleuchteten Kirche vorgetragen wurden. Beim abschließenden Rückblick waren sich alle einig: der Regen konnte uns die gute Laune nicht verderben, und die Maßnahme „Fahrradwallfahrt“ mit ihren körperbetonten Aktivitäten Radeln, Rudern, Zelten, Wandern, Lagerfeuer machen, Fußballspielen und Schwimmen sollte kein Einzelfall bleiben.

Stefan Bauer